13.03.2017

Absageschreiben auf eine Bewerbung: Der richtige Ton macht´s ...

Wer sich in den Bewerbungsprozess für einen neuen Job begibt, schreibt in der Regel nicht nur eine, sondern gleich eine Vielzahl an Bewerbungen an unterschiedliche Unternehmen. Insgeheim gibt es da immer schon die Favoriten und Notlösungen. Und dann ist es so weit: Der Favorit sagt zu und Sie schweben auf Wolke sieben. In dem Trubel der Freude vergessen Sie dabei ganz, Ihre noch laufenden Bewerbungen abzusagen.

So trudeln nach und nach weitere Einladungen zu Vorstellungsgesprächen ein oder aber sogar eine weitere Zusage von einem Unternehmen, in welchem Sie sich bereits persönlich präsentiert haben. Das mag zwar Ihr Selbstbewusstsein pushen, bringt Sie jedoch in eine sehr unangenehme Situation. Viele Bewerber versuchen diese dann einfach „auszusitzen“ und melden sich auf die Einladung nicht zurück oder sagen erst nach Erhalt der Nachricht kurz ab. Das allerdings wirft ein sehr schlechtes Licht auf Sie als Arbeitnehmer und kann gegebenenfalls Ihren Ruf auch außerhalb des betroffenen Unternehmens negativ beeinflussen. Zudem brauchen Sie nie wieder auch nur daran denken, sich hier später noch einmal zu bewerben. Ist also der Rückzug einer Bewerbung – wie so häufig gedacht – wirklich rufschädigend? Ja, allerdings nur dann, wenn Sie diesen zu spät oder in falscher Form tätigen.

Wann sollten Sie Ihre Bewerbung zurückziehen?

Eine der Hauptgründe dafür, seine Bewerbung wieder zurückziehen zu müssen, liegt in den jeweiligen Fristen der Bewerbungsverfahren. Zudem benötigt jedes Unternehmen unterschiedlich lange für die Auswahl der Bewerber und den Versand der Einladungen zu den Vorstellungsgesprächen. Daher kann es passieren, dass Sie von einem Unternehmen bereits eine Zusage haben, während sich ein anderes noch nicht einmal gemeldet hat.

Zudem kann sich in Ihrem privaten oder beruflichen Bereich einer Veränderung vollziehen, sodass Sie die Stelle nicht mehr annehmen möchten oder können. Manchmal sagen die Bewerber auch erst nach einem Vorstellungsgespräch ab, etwa weil die Atmosphäre im Unternehmen nicht passend war oder Sachverhalte besprochen wurden, zum Beispiel die Vergütung, die Sie zu einer Absage bewegen. Welche Gründe auch immer Sie zu einem Rückzug Ihrer Bewerbung bewegen: Die eigenständige und frühzeitige Absage Ihrerseits ist ein absolutes Muss.

Was passiert, wenn Sie die Bewerbung nicht zurückziehen?

Aus Angst vor einer unfreundlichen Reaktion oder dem „schlechten Ruf“, schrecken viele Bewerber davor zurück, Ihre Bewerbung abzusagen. Allerdings kann genau dies negative Folgen nach sich ziehen. Dazu gehören im Wesentlichen die folgenden drei Konsequenzen:

Der gute Ruf wird durch die Absage einer Bewerbung eher bewahrt als durch Ihr Schweigen. Schließlich trifft man sich bekanntlich immer zweimal im Leben und eventuell möchten Sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine Bewerbung an das Unternehmen senden. Eine frühzeitige und freundlich formulierte Absage hinterlässt einen professionellen Eindruck und (meistens) wird Ihnen das dann auch verziehen. Besonders ausschlaggebend für die Reaktion auf Ihre Absage sind Ihre Art und Weise der Kommunikation (schriftlich, telefonisch, E-Mail) sowie Ihre Begründung. Wer sich nicht meldet, zu spät oder unfreundlich, wird als unzuverlässig abgestempelt und Ihre nächste Bewerbung landet gewiss im Reißwolf oder eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit stellt sich als sehr unangenehm heraus.

Ein guter, aber leider häufig vernachlässigter, Grund, seine Bewerbung rechtzeitig zurückzuziehen, liegt schlicht und ergreifend in der Höflichkeit. Versetzen Sie sich einmal in die Lage des Personalers: Sie haben zahlreiche Bewerbungen vor sich liegen und investieren viel Zeit in eine sorgfältige und faire Auswahl der Bewerber. Sie haben sich endlich entschieden und einigen guten Alternativbewerbern leider absagen müssen. Nun freuen Sie sich auf den Prozess des Vorstellungsgespräches oder sagen anschließend sogar schon dem potenziellen neuen Mitarbeiter zu. Und dann kommt eine Absage. Damit verursachen Sie als Bewerber also nicht nur unnötige Arbeit, sondern nehmen auch eventuell einem qualifizierten Konkurrenten seine Chance auf die Stelle.

Letzteres ist zugleich der dritte Grund für den Rückzug einer Bewerbung: die Fairness. Zahlreiche Unter-nehmen haben natürlich bereits aus der Unzuverlässigkeit der Bewerber gelernt und sagen den Alternativ-bewerbern erst dann ab, wenn der Vertrag unter Dach und Fach ist. Das bedeutet aber gleichzeitig einen zeitlichen Verzug des Bewerbungsprozesses und so hat der Konkurrent vielleicht schon eine andere Stelle angenommen, obwohl sie nicht seine erste Wahl gewesen wäre. Damit nehmen Sie diesem Arbeitnehmer die Chance auf seinen Traumjob, obwohl Sie selbst diesen gar nicht annehmen möchten. Unfair, oder?!

Die Bewerbung zurückziehen – Wie gehen Sie dabei am besten vor?

Es ist nun also so weit, Sie haben die neue Stelle und müssen Ihre übrigen Bewerbungen zurückziehen. Wie gehen Sie dabei am besten vor? Prinzipiell gibt es zwei stilvolle Wege, um Ihre Bewerbung zurückzuziehen:

 Sie rufen persönlich an, sparen sich so die Zeit und das Porto und sagen dem Unternehmen schnellstmöglich Bescheid. Das zeugt von Selbstvertrauen, Offenheit und Professionalität. Zudem können Sie sicher davon ausgehen, dass die Information beim zuständigen Bearbeiter auch wirklich angekommen ist.

 Doch auch ein Absagebrief ist allemal üblich und hinterlässt einen guten Eindruck, weil Sie sich die Zeit nehmen, die schriftliche Absage zu verfassen und versenden. Sie beweisen einen guten Stil und ausreichend Anstand und werden gewiss auch in Zukunft mit einer freundlichen Kommunikation rechnen dürfen.

Wie Sie sich letztendlich entscheiden, liegt in Ihrem eigenen Ermessen und ist in beiden Fällen gewiss eine gute Wahl. Sie können zudem die Varianten kombinieren und am Telefon erwähnen, dass Sie den Rückzug noch einmal schriftlich bestätigen werden.

Wie wird der schriftliche Rückzug gestaltet?

Bei dem Rückzug der Bewerbung, handelt es sich um einen Brief, der ähnlich dem Bewerbungsanschreiben aufgebaut ist. Grob gestaltet sich dieser wie folgt:

Briefkopf mit Namen, Anschrift, Kontaktdaten

Name und Anschrift des Empfängers
Datum, Betreff, Persönliche Anrede

Absage

Grußformel und Unterschrift

Zum Schluss wollen wir noch einen Mythos ausräumen…

… denn bei einer Umfrage unter Arbeitgebern wurde das Gerücht, sie seien durch einen Bewerbungsrückzug häufig verärgert, endgültig ausgeräumt. Scheuen Sie sich also nicht, die ehrliche Kommunikation mit dem Unternehmen zu suchen. Was gemäß den Arbeitgeberaussagen allerdings ein absolutes No-Go ist: Wer sich gar nicht mehr meldet oder gar Ausreden erfindet, um das Unternehmen hinzuhalten, ist schnell unten durch. Ein Bewerbungsgespräch, das Probearbeiten oder gar eine Stelle anzunehmen und dann nicht aufzutauchen ist noch schlimmer. Ebenso verhält es sich mit jenen Bewerbern, die zum Schein eine Stelle zusagen, um in der Probezeit wieder zu kündigen und sich derweil einen anderen Job zu suchen. Solche Bewerber brauchen sich bei dem Unternehmen in Zukunft nicht wieder melden und werden gewiss auch zwischen den Unternehmen der Region als schwarze Schafe kommuniziert.

Quelle: arbeits-abc