16.02.2021

Digitalisierung Die 6 wichtigsten Logistiktrends 2021

In der Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren viel geändert: Stichworte sind Industrie 4.0 und Handel 4.0. Dazu gehören unter anderem immer kürzere Produktentwicklungszyklen, die Zunahme von Just-in-time- und Kleinstserienfertigung sowie ein weiteres Voranschreiten der Arbeitsteilung – über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg.

All diese Entwicklungen stellen die Unternehmenslogistik vor neue Herausforderungen. Sie muss sich nahtlos in die Supply Chain mit ihren immer enger getakteten Schritten integrieren, hochgradig automatisiert ablaufen und dabei dem Umwelt- und Klimaschutz Rechnung tragen. Auch die Logistik befindet sich in einem fundamentalen Wandel, wie die folgenden sechs Logistiktrends unterstreichen.

1. Logistik goes digital

Die Digitalisierung sowohl der Lager- als auch der Transportlogistik ist in vollem Gange – und wird sich 2021 fortsetzen. Es geht darum, sämtliche Liefer- und Logistikvorgänge digital zu steuern, damit sie gleichzeitig flexibler zu handhaben sind und kosteneffizienter werden. Die internen und externen Prozessteilnehmer gilt es, in einer interaktiven Supply Chain miteinander zu vernetzen, sodass sie bei Bedarf eingreifen können. Voraussetzung dafür sind ein steter Datenaustausch in Echtzeit, der zeit- und ortsunabhängige Zugriff auf die Informationen sowie eine hohe Transparenz über alle Prozessstufen hinweg.

2. Lohndienstleister auf dem Schirm haben

Subcontracting ist im produzierenden Gewerbe gang und gäbe, beispielsweise um Lastspitzen abzufangen oder um Spezialkompetenzen des Dienstleisters zu nutzen. Auch hier kommt es immer mehr darauf an, agiler zu reagieren und Unterbrechungen zu vermeiden. Hersteller sind deshalb darauf angewiesen, alle relevanten Informationen, beispielsweise die Fertigungsfortschritte beim Lohndienstleister, in Echtzeit zu erhalten; etwa, indem man den Subcontractor über ein cloudbasiertes Tool in das eigene Logistikmodul einbindet.

3. Der ökologische Fußabdruck rückt stärker in den Fokus

Umwelt- und Klimaschutz sind mittlerweile wichtige Entscheidungskriterien für Kunden. Unternehmen werden daher ihre Logistikprozesse nicht nur modernisieren, um Kosten zu senken, sondern auch, um damit zu werben. Denn besser aufeinander abgestimmte Transportwege bedeuten weniger Leerfahrten und eine optimierte Streckenführung. In der Folge sinkt die Verkehrsbelastung – die Reduzierung von Abgasen, CO2-Ausstoß und Energieverbrauch inklusive.

4. Mit Logistics Experience punkten

Sehr erfolgreiche Onlinehändler zeichnen sich zumeist durch einen hochwertigen Lieferservice aus. In ihrem Arbeitsalltag erwarten diese E-Commerce-Kunden – dann als B2B-Kunden – zunehmend die gleiche Betreuung in Form einer optimalen Logistics Experience.

5. Der smarte Kollege kommt ins Team

Über elektronische Logistikprozesse entstehen enorme Datenmengen, die sich auf herkömmliche Weise nicht auswerten lassen. Es bedarf daher einer Softwarelösung, die auf Künstliche Intelligenz (KI) basiert: Sie ist in der Lage, in Echtzeit große Datenmengen zu erfassen, anzureichern und zu analysieren. Zudem erkennen smarte Tools Zusammenhänge oder Muster in den Daten und liefern sehr zuverlässige Prognosen für künftige Entwicklungen.

6. Intra- und Transportlogistik verschmelzen

Durch den akkuraten Abgleich beider Bereiche werden sowohl Produzenten als auch Handelsunternehmen ihre Lagerbestände auf das exakt benötigte Maß reduzieren und die Umschlaggeschwindigkeit erhöhen. Gehen nur die genau benötigten Mengen an Materialien oder Produkten „just in time“ auf die Reise, dann verschlanken sich die Vorgänge in der Intralogistik deutlich. Eine Zwischenlagerung samt den nötigen intralogistischen Schritten entfällt.

Win-win-Situation für alle

Die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderung an Unternehmen machen vor dem Logistikbereich nicht halt. Im Gegenteil: Hier bieten die technologischen Möglichkeiten besonders große Hebel, um effizienter und nachhaltiger zu wirtschaften.

Quelle: MM Logistik / Autor / Redakteur: Christoph Tieben