14.03.2019

Jobzyklus: Nach 7 Jahren sollten Sie gehen

Patchwork-Lebensläufe werden immer mehr zur Normalität und Industriebeamte gehören längst der Vergangenheit an. Eine Entwicklung, die vielen Menschen Angst macht, da sie sich vor allem nach finanzieller Sicherheit und Routine sehnen. Experten bewerten diesen Trend aber positiv, denn sie empfehlen: Nach spätestens fünf bis sieben Jahren sollten Sie Ihre Arbeitsstelle wechseln, am besten sogar den Arbeitgeber. Denn jeder Job unterliegt einem Zyklus, welcher in sieben Phasen abläuft.

Deutsche Arbeitnehmer bleiben rund 10 Jahre in einem Job

Aber stimmt das überhaupt? Während deutsche Arbeitnehmer im Jahr 1992 durchschnittlich 10,3 Jahre in demselben Job verweilten, waren dies im Jahr 2008 sogar 10,8 Jahre (Quelle: IAB). Von wegen unsichere Arbeitssituation und „Generation Praktikum“? Nicht wirklich!

Die Statistik verbirgt nämlich, dass es vor allem für Berufseinsteiger immer schwieriger wird, einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu ergattern. Zudem gibt es große Branchenunterschiede. Während in Bereichen mit Fachkräftemangel befristete Arbeitsverträge wieder zum Auslaufmodell werden, weisen Arbeitnehmer in überfüllten Branchen, wie zum Beispiel bei Marketing- oder Werbeagenturen, häufig beeindruckende Patchwork-Lebensläufe mit einer beachtlichen Anzahl an kurzfristigen Jobs, Praktika, Volontariaten oder Trainee-Stellen auf. Zudem bilden die Statistiken nur einen Durchschnitt jener alteingesessenen Industriebeamten von einst, welche sich mittlerweile kurz vor dem Renteneintritt befinden, und der jungen Generation, mit Schwierigkeiten sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren.

Um sich ein etwas genaueres Bild von der aktuellen Arbeitsmarktsituation in Deutschland zu bilden, benötigen wir daher weitere Zahlen: Eine auf Statista veröffentlichte Umfrage verrät, dass rund 55 Prozent der Deutschen gelegentlich über einen Jobwechsel nachdenken. Etwa 16 Prozent suchen bereits aktiv nach einer neuen Anstellung.

Experten empfehlen Jobwechsel nach spätestens 7 Jahren

Zehn Jahre – das ist noch lange kein Berufsleben, laut Experten ist das aber bereits deutlich zu viel. Nach drei bis fünf, spätestens aber sieben Jahren empfehlen diese stattdessen einen Jobwechsel. Die möglichen Gründe für den Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind vielfältig:

  • Wunsch nach neuen Perspektiven
  • Fehlende Anerkennung
  • Umstrukturierungen
  • Schlechtes Betriebsklima
  • u. v. m.

Experten plädieren dafür, nach spätestens sieben Jahren den Arbeitgeber zu wechseln. Ansonsten seien die Arbeitnehmer häufig früher oder später ohnehin unfreiwillig zu einer beruflichen Veränderung gezwungen. Auch die Unternehmen entwickeln sich nämlich weiter, verlagern ihre Schwerpunkte, verändern interne Strukturen oder bauen Personal ab.

Je schnelllebiger die Branche, umso wichtiger sind daher häufige Jobwechsel. Während für ITler oder Marketingfachleute deshalb rund drei Jahre als empfehlenswert gelten, fühlen sich Buchhalter gerne auch über zehn Jahre hinweg in ihrer Anstellung wohl. Wann genau für Sie der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel gekommen ist, müssen Sie daher stets gemäß Ihrer individuellen Situation entscheiden.

Quelle: Xing